Ort der Begegnung: Museum Moderner Kunst Kärnten

Inspiriert von einem Artikel im neuen Flow-Magazin habe ich das Museum Moderner Kunst Kärnten besucht. Im Artikel schreibt die Autorin vom Versuch, einmal längere Zeit lang ein Gemälde zu betrachten und es auf sich wirken zu lassen. Eine Aufgabe, die es zu üben gilt, da sie sehr viel Aufmerksamkeit und Geduld erfordert. Gerade aber in einer Zeit, in der wir den Dingen, die uns begegnen, nur mehr sehr selten die nötige Aufmerksamkeit zukommen lassen, ist das ein äußerst wertvolles Training, finde ich.

Das Museum Moderner Kunst Kärnten ist ein idealer Ort dafür. Im Moment läuft hier die Ausstellung "unheimlich schön. Stillleben heute", in der sich zeitgenössische Künstler und Künstlerinnen der Thematik des Stilllebens auf ganz unterschiedliche Art und Weise annähern. Das Stillleben ist eine Gattung mit einer sehr langen Geschichte, scheint aber dennoch nach wie vor nichts von ihrem Reiz verloren zu haben.

In den hinteren Räumen des Museums ist die Kunstsammlung des Museums mit Werken von international bekannten Größen wie Maria Lassnig, Hans Staudacher, Franz Wiegele oder Kiki Kogelnik untergebracht. Besonders beeindruckt haben mich die Bilder von Werner Berg, einem deutsch-österreichischen Maler, der ab 1931 auf einem Bauernhof in Kärnten lebte. Als zentrales Thema wählte er vor allem die Menschen seiner Umgebung und die Landschaft, wobei seine Bilder eine sehr geheimnisvolle und mystische Wirkung haben. Äußerst geheimnisvoll war auch seine Beziehung zur Dichterin Christine Lavant, die er in Holzschnitten, großformatigen Zeichnungen und Ölbildern portraitierte.

Empfehlenswerte Lektüre:

Werner Berg: Wirklichkeit im Bildhaften von Harald Scheicher: Eine Monografie, die einen Überblick über die Lebensgeschichte und das Werk Werner Bergs gibt.

 

Werner Berg Museum Bleiburg/Pliberk: Museumsführer: Das Buch zeigt die ständige Sammlung des Werner Berg Museums sowei ausgewählte Werke aus dem Nachlass des Künstlers.

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