Alte Traditionen: Faschingsbräuche in Kärnten

Mit Maria Lichtmess beginnt in vielen Gegenden das Faschingstreiben, mit dem die Menschen ihre Lebensfreude zeigen möchten. Fasching, Fastnacht oder Karneval bezeichnen dabei jene Zeit des Jahres, in dem das Ende des Winters in Sicht ist. 

Das Winterende wird dabei mit fröhlichem Treiben gefeiert, wobei die Kennzeichen der Umzüge und Feste bunte Kostüme, Masken und Musik sind. Ähnliche Feste gab es bereits vor mehr als 5000 Jahren in Babylon: An diesen Tagen wurden die Klassenunterschiede aufgehoben und im Mittelpunkt stand das ausgelassene Feiern. Auch im alten Rom kannte man den Fasching, hier wurden die sogenannten Lupercalien zelebriert, bei denen die Knechte und Herren ihre Rollen tauschten. Dieser Gleichheitsgrundsatz ist ein sehr wichtiger Aspekt des Faschingstreibens, denn in der Faschingszeit schlüpfen wir in eine andere Rolle und können ausprobieren, wie es sich anfühlt, jemand anderer zu sein. 

Faschingsbräuche in Kärnten

Auch in Kärnten wird der Fasching sehr intensiv gefeiert. Vor allem am Faschingsdienstag finden zahlreiche Umzüge statt, bei denen geschmückte Wägen durch die Stadt ziehen. Darüber hinaus stehen auch vielerorts Faschingssitzungen am Programm, bei denen brisante Themen aufgegriffen und auf humorvolle Art und Weise präsentiert werden. Im Lavanttal wird der Donnerstag vor dem Faschingssonntag auch "Foastpfingsti" genannt und früher bekamen Mägde und Knechte an diesem Tag eine Hauswurst mit Sauerkraut. Darüber hinaus zogen die Faschingsnarren im Lavanttal früher auch von Haus zu Haus, um nach Krapfen zu bitten. Ein sehr alter Brauch ist außerdem das Sauschädelstehlen: Im Winter wurde immer geschlachtet und auf dieses Schlachten folgte stets ein sogenannter "Sauschädelschmaus". Dafür schnitten Diebe einem bereits geschlachteten Schwein den Kopf ab, sie stahlen also den Sauschädel, und luden den Bestohlenen dann zu einem Festschmaus ein. Sehr beliebt sind zur Faschingszeit auch die Faschingskrapfen, die ebenfalls eine sehr lange Tradition haben. Krapfen galten als etwas sehr Besonderes und wurden aus unterschiedlichen Gründen hergestellt: Zum einen wollte man die Fruchtbarkeitsgeister damit beeindrucken, zum anderen sind sie einfach eine traditionelle Faschingsspezialität, die oftmals aber auch sogar zu Allerheiligen oder für den Heiligen Abend zubereitet wurde. Darüber hinaus wollten früher die Mädchen mit frischgebackenen Krapfen die Burschen verzaubern und die Sehnsucht nach ihnen fördern. Einen richtig guten Faschingskrapfen erkennt man dabei am sogenannten "Ranfterl", der weißen Mittellinie und daran, dass er besonders leicht und locker ist. 

Aschermittwoch: Beginn der Fastenzeit

Der Fasching endet am Aschermittwoch und früher wurde ab diesem Zeitpunkt sehr streng gefastet, man verzichtete auf Fleischspeisen und kochte nur mit Leinöl oder Butterschmalz. Am Abend betete man gemeinsam den Rosenkranz und sehr häufig wurden auch Passionsspiele aufgeführt. 

Lesefutter*:

Valentin Kirschgruber: Von Sonnwend bis Rauhnacht. Feste, Bräuche und Rituale im Kreislauf des Jahres. Der Autor zeigt in diesem Buch, wie man uralte Feste mit neuem Sinn erfüllen kann.

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Fotos: Pixabay