Venzone oder der Duft von Lavendel

Venzone eine Stadt zu nennen, wäre ein bisschen übertrieben, aber gerade aufgrund dieser Überschaubarkeit hat die Ortschaft einen ganz besonderen Charme. Außerdem mag ich die Lebensweise der Italiener, die sich sonntags in einem Lokal ihrer Wahl treffen, bereits am Vormittag Rotwein trinken und dazu Prosciutto essen. Venzone liegt in Friaul-Julisch-Venetien und wurde 1976 von einem Erdbeben heimgesucht, danach aber wieder aufgebaut, so wie das Städtchen auch im Mittelalter aussah. Außerdem wird Venzone vom Lavendel dominiert. Dieser wird in und um Venzone angebaut, ist sehr mild im Geruch, aber im Gegensatz zu einigen anderen Sorten sehr robust. Aus der Heil- und Gewürzpflanze, die Atembeschwerden lindert und gegen Rheuma hilft, werden dann unter anderem Öle, Salben, Seifen oder Duftsäckchen hergestellt.

Anreise:

Von Tarvis kommend die Autobahn bei der Ausfahrt Carnia verlassen und der Bundesstraße Richtung Udine folgen. Beim Ortsschild links abzweigen, dort sind Parkmöglichkeiten vorhanden. Von Tarvis aus könnt ihr außerdem mit dem Zug nach Venzone fahren. Auch Räder können mittransportiert werden. Ich selbst habe diesen Sommer eine Radtour von Tarvis nach Venzone unternehmen und es ist ziemlich praktisch dann von Venzone mit dem Zug zurück nach Tarvis zu fahren.

Sehenswertes in Venzone:

  • Cappella di San Michele: Eine mystische Kapelle, in der historische Mumien zu finden sind, die aus dem Jahr 1647 stammen.
  • Ausstellung "Wald, Mensch und Wirtschaft in Friaul-Julisch-Venetien", die sich mit dem Ökosystem in den Julischen Voralpen beschäftigt.
  • Palazzo della Lavanda: Bereits beim Vorbeigehen sticht dieses Geschäft ins Auge, denn alles ist hier in Lila gehalten. Im Shop selbst taucht man in eine Welt der Gerüche ein, man kann Produkte aus Lavendel erstehen oder einfach alles auf sich wirken lassen.
  • Am Hauptplatz könnt ihr die Casa Calderari sowie das Rathaus bestaunen, das Erdgeschoss verfügt über eine geöffnete Loggia, in der Fresken von Pomponio Amalteo zu sehen sind.
  • Tiere Motus: Ein Museum, das von der Zerstörung durch das Erdbeben sowie dem Wiederaufbau erzählt.
  • Holzskulptur "Dal Profondo A Te Grido O Signore" von Franco Mascio, die im Eingangsbereich des Doms zu finden ist.
  • Stadtmauer mit Stadttor aus dem 14. Jahrhundert

Übernachten:

  • Alma Living Hotel - Al Girarrosto: Große, neu renovierte Zimmer und zuvorkommende Gastgeber. Tolle Abendmenüs. Einzelzimmer: 58 Euro; Doppelzimmer 91 Euro/Nacht.

Essen und Trinken:

  • Caffé Vecchio: Kiosk, Restaurant und Bar in einem. Empfehlenswerte Küche und beliebter Treffpunkt.
  • Locanda Al Municipio: Traditionelle Küche. Vermietung von günstigen Zimmern.

Veranstaltungen:

  • Kürbisfest: Dieses Fest findet jedes Jahr Ende Oktober statt. Dann füllt sich die Altstadt mit Rittern, Edelfrauen, Jongleuren und Musikanten.
  • Lavendelfest: Wo, wenn nicht hier, wird alljährlich auch ein Lavendelfest veranstaltet.

Lesefutter:

  • Friaul Julisch Venetien. Reiseführer von Eberhard Fohrer. Kulturell interessante Orte und viele Entdeckungen in dieser faszinierenden Region.
  • Genießen in Friaul-Julisch Venetien: Die besten Adressen zwischen Bergen und Meer. Von Silvia Trippolt-Maderbacher. Ein Genussguide mit unzähligen kulinarischen Geheimtipps.

Ein Film:

  • Der Duft von Lavendel. In das streng geregelte Leben zweier Schwestern platzt plötzlich ein Schiffbrüchiger, der dafür sorgt, dass ihr Leben von einem Tag auf den anderen durcheinandergewirbelt wird. Tolle Landschaft und berührender Film.

Ein Lied:

Passt perfekt zu einem Trip nach Italien: Lucio Dalla - Caruso

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