Auf den Spuren der Römer: Wanderung von Velden zum Forstsee

"Sich in der frischen Luft bewegen, sie auf der Haut spüren, sie tief einatmen, stundenlang bei Wind und Wetter, zu allen Jahreszeiten - darin liegt ein wesentlicher Impuls zum Wandern." (Ulrich Grober)

 

 

In letzter Zeit habe ich sehr viel über die Natur nachgedacht, steht sie doch für mich symbolisch für das Werden und Vergehen, für Bewegung und Entwicklung. Immer wenn ich mich in der Natur aufhalte, einen Berg besteige oder einen Spaziergang mache, merke ich, dass ich ein Teil dieser Ordnung bin und wie wenig wir eigentlich brauchen, um zufrieden zu sein. Gleichzeitig spüre ich, wie sich diese Balance und Harmonie, die im Naturerlebnis sichtbar wird, auch auf meine Seele überträgt, wie sich plötzlich alles stimmig und einfach anfühlt. Beim Gehen weiß ich plötzlich wieder, wer ich bin und was ich will und ich kann mich auf das Wesentliche konzentrieren, nämlich einen Schritt vor den anderen zu setzen und diese meditative Monotonie auf mich wirken zu lassen.

 

Ein sehr schöner Ort, um die Ruhe, die Weite und die Schönheit der Natur zu erfahren, sind die Römerschlucht und der Forstsee. 

Die aussichtsreiche Wanderung startet bei der Franzosenkirche in Velden, von wo aus man durch die sogenannte Römerschlucht bis zur Römerbrücke gelangt.  Sehr entspannend ist das Wandern hier, denn man hört nichts, außer das sanfte Plätschern des Wassers und das leise Rauschen der Blätter. An der Brücke angelangt zweigt man rechts ab und folgt dem Weg zum Forstsee, der sehr idyllisch mitten im Wald zu finden ist. Wer möchte, kann den See auch umrunden, wobei der Weg immer dem Ufer entlang verläuft und man dabei den tollen Ausblick auf das naturbelassene Gewässer genießen kann. 

Früher zogen hier auch die Römer auf der Reichsstraße von Aquileia nach Virunum vorbei und überquerten auf der Höhe von Göriach die Schlucht. Auch heute noch wird der Steg als "Römerbrücke" bezeichnet und das quaderförmige Felsstück, das daneben liegt, "Römerstein" genannt. Sehr authentisch wirken auch die ausgefahrenen Radspuren, die man im Fels sieht und die man entlang der antiken Trasse verfolgen kann. 

Der künstlich angelegte Stausee ist das ganze Jahr über beliebtes Ziel von Naturliebhabern, Anglern, Wanderern und Wildbadegästen. Kleine Buchten und Halbinseln prägen den Uferbereich und hier lässt es sich - vor allem in der Vorsaison - herrlich entspannen. Aber auch im Hochsommer kann man hier abseits des Trubels, der oftmals am bekannten Wörthersee herrscht, die Seele baumeln lassen, dem Rauschen des Waldes lauschen und an den Hundstagen das kühle Nass genießen. Blicke aufs Wasser werfen, die sanften Wellen beobachten, um dann erfrischt wieder zurückzukehren. 

Schon 1972 beschrieb H. Strutz in seinem Buch "Kärnten wie es wenige kennen" die Landschaftsszenerie mit folgenden Worten: "Mit melodischen Geläute begleitet das Wasser, das mit sanften Geklatsch, die Steine, die Moosschwellen und Schotterriegel der buchenumwölbten, romantisch-idyllischen Schlucht tätschelt" ....und dem ist nichts mehr hinzuzufügen.

 

Immer dem Wasser entlang mit besten Grüßen.

 

Im Ohr: Tom Odell: Best Day of my Life

Urlaubslektüre:

Ulrich Grober: Vom Wandern. Neue Wege zu einer alten Kunst. Der Autor erzählt in diesem Buch über seine Leidenschaft zum Wandern und von Wanderungen, die er alleine, mit Freunden oder mit Kindern unternommen hat.

 

Claudia Lux: Die schönsten Kärntner Seen. Die Autorin war in Kärnten unterwegs und hat viele Tipps - auch abseits bekannter Urlaubsziele - gesammelt.

 

 

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