Die Gerlitzen oder vom Glück, die Freiheit zu genießen

Lange über die Freiheit nachgedacht. Weil sie mir viel bedeutet. Weil sie mich schon mein ganzes Leben lang begleitet. Die Freiheit, meine eigenen Entscheidungen zu treffen. Die Freiheit, bis zu einem gewissen Grad auch unabhängig zu arbeiten, mein eigener Chef sein. Weil Freiheit für mich immer auch bedeutet, dass ich mich ständig neu entdecken kann, die Wahl habe, auch mal meine Richtung zu ändern. Natürlich bedeutet Freiheit immer auch ein gewisses Risiko. Manchmal habe ich keine Ahnung, was ich machen soll, wohin ich mich bewege und was letztendlich dabei herauskommt. Die Verantwortung zu tragen, für das was ich tue: Auch das ist Freiheit.  

Ein schöner Begriff, über den ich erst vor kurzem gestolpert bin, ist der der inneren Freiheit. Wenn man innerlich frei ist, so kann man die Dinge so akzeptieren, wie sie sind. Ich muss nichts mit Zwang vorantreiben, muss mich nicht zur Marionette machen, nur weil andere das von mir verlangen. Ich kann in der Gegenwart leben und mich von der Vergangenheit lösen, muss nicht ständig an eine Zeit denken, die nicht mehr existiert, oder im umgekehrten Fall, nicht ständig daran denken, was ich in den nächsten Wochen, Monaten oder Jahren alles machen könnte. Zugegeben: Das ist kein leichtes Unterfangen und immer wieder scheitere ich daran. Bezogen auf das Reisen bedeutet das bei mir, dass ich mir ständig überlege, welche Orte ich als nächstes erkunden könnte. Welche „Geheimtipps“ ich zeigen könnte, von denen nicht schon gefühlte zwei Millionen Menschen vor mir berichtet haben. Dann versuche ich mich wieder zurückzunehmen, spontaner und freier zu agieren, um mich nicht zu sehr unter Druck zu setzen.

 

 

Ein Ort, der für mich symbolisch für die Freiheit steht, ist die Gerlitzen Alpe. Kein Geheimtipp, aber ein Platz, von dem aus man nicht nur ein atemberaubendes Panorama auf Kärntens Seen und Berge hat, sondern auch Paraglidern beim Start zusehen kann. Und Paragliden hat für mich persönlich sehr viel mit „Freiheit“ zu tun. Dahinzuschweben, fokussiert zu sein auf den Augenblick und nicht daran denken, was gestern war oder morgen sein wird. Und natürlich bietet die Gerlitzen auch zahlreiche Wanderwege, denn auch das Gehen macht frei, gibt neue Energie und Kraft. Daher habe ich für euch einige Wandermöglichkeiten gesammelt.

 

 

Rund um den Gipfel der Gerlitzen

Der sogenannte Traumbogenweg startet beim Gipfelhaus und führt zunächst Richtung Norden. Die Orientierung ist relativ leicht, denn die einzelnen Wege werden durch den Buchstaben „W“ und eine Zahl gekennzeichnet (z.B. W2). Am Weg gelangt man beispielsweise zum Asiatischen Garten, ein Ort der Geborgenheit und Besinnung, der von Johannes Matthiesen gestaltet wurde. „Gruß an Tibet“ bezeichnet eine Skulpturengruppe aus Steinmännchen, während der Platz „Berg-Reich“ ein Symbol für die Verbindung von Erde und Himmel ist.  

Vom Gipfel der Gerlitzen bis zur Sonnenalm/Mittelstation

Von der Bergstation aus führt ein Wanderweg zum sogenannten Stifterboden. Dort kann man entweder die Route über die Steinwenderhütte nehmen, ein kürzerer Weg führt euch zur Kammerhütte. Dann geht es weiter zur Turnerhütte und zur Mittelstation, die auf 1440 Metern Höhe liegt. Die Wanderung ist auch für Familien gut geeignet und bietet unterschiedlichste Einkehrmöglichkeiten.  

Unterwegs am Kostale Weg

Bei der Gerlitzen-Mittelstation startet der „Kostale-Weg“, von wo aus es innerhalb von 30 Minuten zur ersten Station – der Pöllinger Hütte – geht. Dort könnt ihr leckere Kärntner Kasnudeln probieren, bevor es weiter zu Neugarten-Almseehütte geht. In der Almseehütte wartet die Hauptspeise, ein Almochsensteak, auf die Gäste. Die nächste Etappe bringt euch zum Gipfelhaus, wo köstliche Strudel-Spezialitäten serviert werden. Die Gipfelbahn bringt die Kostale-Genuss-Wanderer dann ins Tal zurück. Die gesamte Gehzeit für diese Tour beträgt etwa 3,5 Stunden.

Von Annenheim auf den Gipfel

Diese Tour beginnt an der letzten Kehre der Mautstraße. Von da aus wandert ihr dann am Weg Nr. 31/1761 bis zur Steinwender Hütte. Vor der Vorderen Buchholzer Hütte zweigt dann ein Weg rechts ab und ihr gelangt so zur Gerlitzenhütte. Wandert dann am Ferienheim vorbei bis zu einer Weggabelung, wo ihr auf einem unmarkierten Weg bis zum Weg Nr. 1764 gelangt. Dieser führt bis zum Gerlitzen-Gipfel, wo ihr mit einem traumhaften Panorama belohnt werdet.  

Unterwegs auf der Via Alpina

Für Wanderer mit Kondition bietet sich die Königsroute der Region Gerlitzen an. Gestartet wird beim Mountain Resort Feuerberg, von dort geht es zum Gipfel der Gerlitzen. Anschließend nehmt ihr die Bergbahn hinunter zum Ossiacher See und fährt mit dem Schiff ab Annenheim nach Steindorf, wo die eigentliche Tour beginnt. Von dort aus wandert ihr auf den Wanderwegen 2,41, 40 bzw. 4 wieder hinauf zum Gipfel. Die Via Alpina kann aber auch talwärts durchwandert werden. Dann startet ihr beim Mountain Resort Feuerberg und marschiert dann von dort aus in Richtung Silberwald und weiter nach Steindorf. Von Steindorf aus gelangt man mit dem Schiff nach Annenheim und von dort aus mit der Bergbahn zum Feuerberg.

 

 

Am Weitwanderweg „Alpe-Adria-Trail“

Der bekannte Weitwanderweg „Alpe-Adria-Trail“ verbindet Kärnten, Slowenien und Friaul Julisch Venetien. Der Wanderweg besteht aus insgesamt 38 Etappen und führt vom Großglockner bis nach Triest. Am Gipfel der Gerlitzen-Alpe beginnt die Etappe 19 des Trails. Dann geht es weiter nach Steindorf und zum Bleistätter Moor. Danach wandert ihr nach Alt-Ossiach bis zum Stift, wo heute zahlreiche Konzerte stattfinden.

Lesefutter*:

Dieter Buck: Genusswandern in Kärnten. 50 Touren, bei denen der Genuss, das Schauen und Staunen im Mittelpunkt stehen.

 

Sabine Becht: Kärnten. Reiseführer mit vielen praktischen Tipps. Informationen und Ausflugstipps für die einzelnen Kärntner Regionen.

 

Martin Marktl und Astrid Christ: Alpe-Adria-Trail. Vom Großglockner nach Triest. Auf 41 Etappen führt der Alpe-Adria-Trail durch Kärnten, Slowenien und Friaul Julisch Venetien. Die Autoren waren die Ersten, die den gesamten Trail erwandert haben.

 

 

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