Burano: Spitzenklöppler und farbenprächtige Häuser

"Gegen die Reize der Farben, welche über die ganze sichtbare Natur ausgebreitet sind, werden nur wenig Menschen unempfindlich bleiben", erklärte Johann Wolfgang von Goethe in seinen Beiträgen zur Optik. Von Farben ging immer schon eine unglaubliche Faszination aus, da sie sowohl subjektive Erscheinungen als auch objektiv sind. Farben wirken auf unseren Körper, unsere Seele und unseren Geist, sie stimulieren oder entspannen uns und wurden von Philosophen früher auch "Arznei der Himmelsapotheke" genannt.

Farben spielen auch auf der venezianischen Insel Burano eine wesentliche Rolle. Hier schlendern die Besucher entlang unzähliger bunter Häuser, tauchen ein in ein Farbenmeer und genießen die lebendige Atmosphäre. Und natürlich ist Burano unglaublich fotogen: Egal an welcher Stelle der Insel man sich befindet, man möchte seinen Finger nicht vom Auslöser nehmen, könnte man doch irgendwo ein außergewöhnliches Fotomotiv übersehen. Ein besonders beliebtes Motiv ist die sogenannte Casa Bepi Suá, die von Giuseppi Tuselli mit geometrischen Mustern und in Regenbogenfarben verziert wurde. Eine Legende besagt, dass Buranos Häuser deshalb so bunt sind, damit die Fischer auch bei sehr dichtem Nebel wieder nachhause finden können. 

Darüber hinaus werden auf Burano auch Spitzen geklöppelt und man kann bei den Frauen Tischtücher, Taschentücher oder auch Handtücher erstehen. Im Jahr 1566 ließ Philipp II von Spanien sogar die Aussteuer für Mary Tudor hier anfertigen und auch heute noch werden die Spitzen im Überfluss hier angeboten. Wer sich für alte Handwerkskunst interessiert, sollte dem Museo del Merletto einen Besuch abstatten, wo man manchmal einigen Frauen beim Arbeiten sogar zusehen kann. 

Immer schon hat die Insel auch sehr viele Fotografen und Maler angezogen, die sich um 1910 sehr gerne in der Trattoria Da Romano trafen, wo sie ihr Essen mit einem Bild bezahlen konnten. Einige Werke der "Schule von Burano" sind heute so wertvoll, dass an den Wänden des Lokals nur noch Kopien davon zu finden sind. Wer möchte, kann über eine Holzbrücke auch zur kleinen Nachbarinsel Mazzorbo spazieren, deren Bild von der Landwirtschaft und vom Weinbau bestimmt wird. 

Eines der größten Events, das jedes Jahr in Venedig stattfindet, ist der Vogalong-Ruderwettbewerb, bei dem die Teilnehmer von Venedig nach Murano bzw. Burano und wieder zurück rudern. Für diese Veranstaltung eignet sich ein Platz auf Mazzorbo besonders gut, da man hier auch Picknicken und den Athleten beim Rudern zusehen kann. 

Lesestoff*:

Wolfgang Salomon: Venedig und die Lagune für Fortgeschrittene. Wolfgang Salomon hat unglaublich viel Material über Venedig und seine Inseln zusammengetragen und nimmt euch mit zu Plätzen, die von den Touristenströmen kaum berührt werden.

 

Birgit Haustedt: Venedig - Lieblingsorte. Die Autorin präsentiert in diesem Buch ihre venezianischen Favoriten, die vom Caffè del Doge, der Gondelwerft von San Trovaso bis hin zum Ghetto reichen.

 

 

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