Wanderung von Piran in den Naturpark Strunjan und zur Mondbucht

"still soll es sein und ein endloser blick übers meer. genug platz in der luft damit du darin schwebst. ich hoffe es reicht."

(Maren Sandt)

Es gibt im Japanischen den Begriff Nagomi, mit dem man die Lehre vom Gleichgewicht aller Dinge bezeichnet. Bezogen auf eine Landschaft bedeutet das, dass man sich diese nur "leiht" und das Gegebene, das Unveränderbare in die Gestaltung mit einbezogen wird. Dadurch entsteht etwas Fließendes zwischen dem, was der Mensch erschafft, und dem, was die Umgebung vorgibt. Dieses Im-Einklang-Sein spürt man auch sehr gut im Naturpark Strunjan, der sich zwischen dem malerischen Küstenort Piran und dem ebenso beliebten Ferienort Izola erstreckt. 

Der Naturpark ist rund 4,3 km² groß und geprägt von einer hohen Biodiversität, einer pittoresken submediterranen Landschaft sowie von den Salinen, die man früher zum Salzabbau nutzte. Am Anfang des 20. Jahrhunderts wurde Strunjan auch als "Garten von Triest" bezeichnet und man beförderte von hier aus Gemüse und Obst in die bekannte Hafenstadt. Im Laufe der Zeit kultivierte man die Hügel dann mehr und mehr für Weingärten und Olivenhaine. Der Name "Strunjan" soll sich - einer Legende nach - dabei von Hirten ableiten, die hier sehr einfühlsam auf Saiteninstrumenten musizierten, wobei die Saiten in der slowenischen Sprache "strune" heißen.

 

Im Landschaftspark Strunjan scheint alles entspannt und ruhig abzulaufen. Hier taucht man ein in das Jenseits-der-Alpen-Licht, sieht die Zypressen in den Himmel ragen, die wie scharf ausgeschnittene Figuren wirken. Direkt am Eingang zum Park suchen Wellnessurlauber Ruhe im Schwimmbecken, das mit Meerwasser gefüllt ist, sie lesen Zeitung und schauen aufs Meer. Auch ich merke, wie leicht es mir fällt, in dieser Kulisse zu entschleunigen, da es eigentlich nichts anderes zu tun gibt, als einen Schritt vor den anderen zu setzen und die Eindrücke auf sich wirken zu lassen.

Von den Salinen aus wandere ich dann weiter, gehe an Paprikafeldern vorbei, durchquere Obst- und Weingärten, bis ich schließlich zur Mondbucht gelange, die ausschließlich zu Fuß erreicht werden kann. Von oben genieße ich das traumhafte Panorama auf die Bucht, das türkisfarbene Wasser und erblicke in der Ferne die Hafenstadt Triest. Ich folge dem Weg hinunter an den Kiesstrand. Es ist wenig los, man findet leicht einen Platz für eine Pause und um sich im kühlen Nass zu erfrischen. Immer wieder lasse ich meinen Blick schweifen, liegt doch die Bucht da wie eine stille Perle voll landschaftlicher Schönheit. Hier kann man die Loslösung vom Alltag genießen, denn das Leben ist für kurze Zeit nur auf die Elemente reduziert. Der Wind weht einem alle Gedanken aus dem Kopf und macht Platz für eine seltene Klarheit. 

Infobox:

Ausgangspunkt der Wanderung: Piran

Schwierigkeit: leicht

Dauer: hin und retour etwa vier Stunden

Aufstieg und Abstieg: etwa 320 Höhenmeter

Badesachen nicht vergessen:)!

Unterkunftsmöglichkeiten*:

Bed and Breakfast Donatella: Sehr saubere und gemütliche Unterkunft. Das Frühstück kann direkt am Tartini Platz eingenommen werden.

 

Hotel Piran: Elegantes Hotel mit Restaurant und Bar sowie eigenem Strandzugang.

Lesestoff*:

Christian Lehner: Piran für alle Jahreszeiten. Der Autor ist ein Piran-Liebhaber und bereist den Ort mehrmals im Jahr.

 

Britta Ramhapp: Sehnsuchtsorte an der Adria. Ein Reiseführer, in dem insgesamt sechs Orte an der Adria vorgestellt werden. 

 

Pia Kovarik: Fantastische Reisen: Liebesgeschichten, Mythen und Legenden - Piran: Nicht nur für Reisende!

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