Piran - Mediterraner Glücksort an der slowenischen Adria

In Piran sind die Gassen eng, die Haustüren verwittert und die Kopfsteinpflaster erinnern an längst vergangene Zeiten. Vor den Fenstern baumelt die Wäsche und im Franziskanerkloster erklingen Choräle aus Lautsprechern. In der Früh kühlen sich die Menschen im Meer ab und laufen dann im Bademantel durch die Straßen, während man am Abend auf den Felsen an der Promenade sitzt, der Sonne beim Untergehen zusieht, Lasko aus Dosen trinkt und wartet, bis das Licht einen einfärbt und neu formt. In Piran ticken die Uhren langsam. Ich mag das. Sehr sogar.

Piran aufgelistet:

  • Das Herz von Piran ist der sogenannte Tartini-Platz oder Tartini trg, von dem aus man in alle Teile der Stadt gelangt. Hier lässt es sich sehr gut flanieren, außerdem befinden sich am Tartini-Platz auch verschiedenste Lokale sowie die Touristeninformation. Benannt wurde der Platz nach Giuseppe Tartini, einem in Piran geborenen Komponisten und Geiger, dem hier auch ein Denkmal errichtet wurde. Bis vor einigen Jahren konnten die Bewohner der Stadt im Winter am Tartini trg ihre Autos parken, jetzt ist er aber das ganze Jahr über autofrei und somit das "Wohnzimmer" der Stadt. Wer den Tartini-Platz von oben bestaunen möchte, besucht am besten das Zvezda Café, das sich im Art Hotel Tartini befindet und das ganze Jahr über geöffnet hat. Am Dach des Hotels wurde eine Terrasse angebaut, von der aus man einen traumhaften Ausblick über das Meer sowie die Dächer der Stadt hat.
  • Im Aquarium erhalten Interessierte einen Einblick in die adriatische Unterwasserwelt. In insgesamt 25 Becken kann man etwa 150 Fische und Meerestiere bestaunen, darunter beispielsweise den Sägebarsch, Algen oder auch Meeresspinnen.
  • Gleich neben dem Aquarium ist das Theater von Piran zu finden, das im Jahr 1910 eröffnet wurde. Mehrmals im Jahr finden hier ausgewählte Kulturveranstaltungen  statt, zudem ist im Teil, der dem Meer zugewandt ist, ein Café untergebracht. Vom Café aus hat man übrigens einen tollen Blick auf den Hafen bzw. das Meer, vor allem bei Sonnenuntergang sind die Plätze daher auch dementsprechend begehrt. 
  • Sehr empfehlenswert ist zudem ein Spaziergang entlang der Hafenmole, um die Jachten und Fischerboote zu bestaunen, die hier ankern. In der Einfahrt bzw. am Ende der Mole befinden sich zwei Leuchtfeuer, eines in knalligem Rot und das andere in einem satten Grünton.
  • Die Promenade von Piran führt dem Meer entlang bis an die Spitze der Landzunge und sie fungiert gleichzeitig auch als Stadtstrand. Nehmt zum Baden aber unbedingt eine Liege oder eine weiche Unterlage bzw. einen Sonnenschirm mit, da es sonst am Asphalt etwas hart werden könnte. An der Promenade sind zudem sehr viele Cafés und Restaurants angesiedelt, die ein tolles Panorama aufs Meer bieten.
  • Die Kirche St. Klemens wurde erstmals im Jahr 1274 urkundlich erwähnt, der Punta-Leuchtturm wurde ebenfalls im 13. Jahrhundert errichtet. Im Inneren der Kirche befinden sich drei Altäre aus Marmor, die vom Steinmetz-Meister Gasper Albertini geschaffen wurden. Der Leuchtturm dient auch heute noch als Signal für Boote, dass sie die Halbinsel umfahren müssen.
  • Wenn man am Leuchtturm vorbeigeht, kommt man zur sogenannten Pusterla, jene Seite des Kaps, die dem Hafen zugewandt ist. Hier gibt es auch eine Stützmauer zu bewundern, die vom Künstler Vasco Vidmar farbenprächtig gestaltet wurde.
  • Das Stadtbild von Piran wird von der Dom- und Pfarrkirche des heiligen Georg dominiert, wobei die gesamte Anlage aus dem Glockenturm, der Kirche und der Taufkapelle des heiligen Johannes des Täufers besteht. Am 23. April 1344 wurde die Kirche dem heiligen Georg geweiht, dieser Weihe ging das sogenannte "Wunder von St. Georg" voraus. Im Juli 1343 gab es in Piran einen schrecklichen Sturm und während des Unwetters sahen zwei Fischer, die sich auf See befanden, plötzlich den heiligen Georg, der auf einem weißen Pferd saß. Dieser vertrieb die dunklen Wolken und konnte Piran vor einer Katastrophe bewahren. Aus Dankbarkeit fingen die Bewohner an, ihre Kirche umzugestalten und auszubauen, aufgrund der starken Erosion müssen aber auch heute noch Dachstühle oder tragende Mauern erneuert werden. Sehr beeindruckend ist auch die Domorgel, die aus dem Jahr 1746 stammt und auch heute noch in Betrieb ist. Im Sommer stehen regelmäßig Orgelkonzerte am Programm, die auf jeden Fall einen Besuch wert sind. Wer Zeit hat, besteigt den Campanile oder Glocketurm, dessen Treppe man im Jahr 2018 komplett sanierte. Der Eintritt beträgt zwei Euro und von oben genießt man dann einen unvergesslichen Ausblick auf die Stadt und das Meer. Unterhalb der Taufkapelle liegt das Pfarrzentrum, das über einen großen Garten und einen Veranstaltungssaal verfügt, der immer wieder für diverse kulturelle Ereignisse genutzt wird.

Weitere Tipps:

  • Fritolina pri cantini: Ein uriges Lokal, wo es Meeresfrüchte, Salate, Polenta u.Ä. zum Mitnehmen und Hieressen gibt.
  • Nika's Tiny House: In den Buchten von Piran sammelt die Künstlerin Nika Domnite Treibholz, aus dem sie dann kleine Häuschen fertigt.

Lesefutter*:

Christian Lehner: Piran für alle Jahreszeiten: Mit Ausflügen nach Portoroz, Koper, Izola und in die Landschaftsparks Strunjan und Secovlje.

 

Pia Kovarik: Fantastische Reisen: Liebesgeschichten, Mythen und Legenden - Piran: Nicht nur für Reisende

 

Britta Ramhapp: Sehnsuchtsorte an der Adria Grado - Triest - Piran - Portoroz - Pula - Opatija

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