Amadeus, Amadeus: 24 Stunden in Salzburg

Es ist kalt und der Himmel ist wolkenverhangen, als ich in Salzburg aus dem Zug steige. Viele Menschen mit Schiern unter dem Arm tummeln sich an diesem Samstag am Hauptbahnhof, die Ferien sind zu Ende, alle machen sich wieder auf den Weg zurück in den Alltag. Ich habe noch keine wirkliche Ahnung, was ich in diesen wenigen Stunden, die mir in Salzburg zur Verfügung stehen, tun möchte. Also lasse ich mich ein wenig, suche den Weg vom Bahnhof zur Altstadt. Vor mir liegt der Mirabellgarten, durch den ich unbedingt mal in der warmen Jahreszeit schlendern möchte, in der Orangerie, diesem kleinen, behaglichen Palmenhaus, wärmt sich gerade ein Obdachloser auf. Ich schlendere durch die bekannte Getreidegasse und komme schließlich zum DomQuartier, dem Herzstück der Museumslandschaft in Salzburg. 

Das DomQuartier war früher der Wohn- und Amtssitz der Salzburger Herrscher und ich lasse zunächst meinen Blick über die Michaelskirche, den Dom und das Residenz-Gebäude schweifen. Vor dem Quartier warten Fiaker - eingehüllt in dicke Mäntel - darauf, den Besuchern die Stadt zu zeigen. Insgesamt umfasst der Sitz der Herrscher 180 Räume und Säle, die zwischen dem 17 und 19. Jahrhundert auch mehrfach umgebaut und neu gestaltet wurden. Seit 2014 kann man den Komplex auch im Zuge eines Rundgangs erleben. Durch das Portal gelangt ihr zunächst zum Herkulesbrunnen und dann in den Carabinierisaal, der sich im zweiten Stock befindet. Man bestaunt die Prunkräume und die Residenzgalerie, in denen mehr als 200 Gemälde bekannter Alter Meister zu finden sind. 

Anschließend geht es weiter zum Dom, zum Dommuseum bzw. zur Kunst- und Wunderkammer mit ihrer ganz eigenen Atmosphäre. Wer möchte kann auch die Neue Residenz besichtigen, die nach einer aufwändigen Renovierung nun das Salzburg Museum beherbergt, in dem die Geschichte sowie die Kultur der Stadt auf eindrucksvolle Weise dokumentiert werden. Durch eine unterirdische Passage gelangt ihr dann ins Panorama Museum, wo ein Rundgemälde von Johann Michael Sattler zu finden ist. Das Gemälde hat eine Fläche von 125 m² und zeigt den Blick über Salzburg, wie er sich den Besuchern früher von der Festung Hohensalzburg aus bot. 

Salzburg - Aufgelistet:

Was euch in Salzburg sonst noch so erwartet, habe ich in diese Liste gepackt:

 

  • Mozarts Geburtshaus: Im dritten Stock dieses Hauses wohnte die Familie Mozart insgesamt 26 Jahre lang. Heute werden hier Porträtbilder, Urkunden und Instrumente ausgestellt, außerdem erhalten die Besucher Einblick, wie die Familie lebte.
  • Universitätsplatz: Hier sollte man dem Grünmarkt einen Besuch abstatten, auf dem frisches Obst, Gemüse oder süße Köstlichkeiten angeboten werden. Auf der Südseite des Platzes befindet sich die Kollegienkirche mit Altargemälden von Johann Michael Rottmayr.
  • Haus der Natur: Im ehemaligen Ursulinenkloster ist das Haus der Natur untergebracht. Hier warten 80 Experimentierstationen, ein Reptilienzoo sowie ein riesiges Aquarium auf die Besucher.
  • Getreidegasse: Nicht zu vergessen natürlich ein Einkaufsbummel in der bekannten Getreidegasse, wo beispielsweise verschiedene Trachtenhersteller, das Delikatessengeschäft Azwanger oder der Gewürz- und Spezialitätenladen von Alfons Schuhbeck zu finden sind.
  • Schloss Mirabell und Mirabellgarten: Das Lustschloss Mirabell wurde im Jahr 1606 erbaut. Der Marmorsaal wird heute gerne für Hochzeiten und Konzerte genutzt, früher musizierten hier Leopold Mozart und seine Kinder Nannerl und Wolfgang. An das Schloss grenzt der Mirabellgarten an, den J.B.Fischer von Erlach konzipierte. Werft hier auch einen Blick in die kleine Orangerie, eine Ruheoase, in der es gemütlich warm ist. 
  • Festung Hohensalzburg: Hoch über der Stadt thront die Festung Hohensalzburg, die jährlich von etwa einer Million Menschen besucht wird. Früher war sie ein Zufluchtsort für die Erzbischöfe von Salzburg, heute erreicht ihr sie entweder mit der Standseilbahn oder zu Fuß. Auf der Burg finden das ganze Jahr über auch Kammerkonzerte statt, zu Weihnachten und Silvester bzw. Neujahr gibt es außerdem spezielle Festkonzerte.
  • Sphaera: Ein Kunstwerk von Stephan Balkenhol, das aus einer riesigen Goldkugel besteht, auf der ein Mann zu finden ist.
  • Mönchsberg: Einen tollen Ausblick über die Stadt genießt ihr vom Mönchsberg aus. Diesen erreicht ihr mit dem Mönchsbergaufzug oder zu Fuß vom Festspielbezirk aus. Oben angelangt könnt ihr entweder dem Museum der Moderne einen Besuch abstatten oder zur Edmundsburg spazieren.

Einkehren:

  • Café Bazar (Schwarzstraße 3): Ein Kaffeehaus mit einer sehr langen Geschichte, wo den ganzen Tag über Frühstück serviert wird.
  • Gasthaus Zwettler´s (Kaigasse 3): Typisch österreichische Spezialitäten wie Schnitzel und Gulasch stehen hier auf der Speisekarte.
  • Balkan-Grill: Sehr bekannt ist auch der Balkan-Grill in der Getreidegasse, wo ihr unbedingt eine Bosna probieren müsst. 

Anreise:

Züge kommen am Hauptbahnhof an, von dort aus gelangt ihr mit dem Stadtbus oder zu Fuß ins historische Zentrum. Vom Flughafen verkehren ebenfalls regelmäßig Busse in die Stadt. Wer mit dem Auto anreist, sollte bedenken, dass viele Straßen meistens überlastet sind, daher empfiehlt es sich, das Auto beim Hotel zu parken.

Salzburg Card:

Mit der Salzburg Card habt ihr freien Zutritt zu allen Sehenswürdigkeiten der Stadt, außerdem könnt ihr die öffentlichen Verkehrsmittel, das Salzach-Schiff sowie die Festungsbahn benutzen. Nähere Infos und Preise findet ihr hier.

Urlaubslesefutter:

  • Walter M. Weiss: DuMont direkt Reiseführer Salzburg. In 15 Kapiteln lernt man hier die Mozartstadt näher kennen, wobei vor allem auch die Aufmachung des Buches sehr ansprechend ist.
  • Wolfgang Straub: Salzburg abseits der Pfade. Eine Reise zu weniger bekannten Orten.
  • Jeremy Siepmann und Veronika Roman: Mozart: Sein Leben, seine Musik. Die Lebensgeschichte des faszinierenden Musikers inkl. CD.