Gehen fühlt sich für mich an wie eine stille Unterbrechung des Immergleichen. Sobald ich loslaufe, löse ich mich ein kleines Stück aus dem, was sich sonst so selbstverständlich wiederholt: dieselben Gedanken, dieselben Wege, dieselben inneren Schleifen.
Es ist kein großer Bruch, eher ein feines Verrücken. Mit jedem Schritt verschiebt sich etwas – nicht nur die Landschaft, sondern auch ich selbst darin. Als würde mein Denken beim Gehen weicher werden, weniger festgefahren, offener für kleine Abweichungen, die im Stillstand keinen Platz finden.
Manchmal habe ich das Gefühl, dass ich mich beim Gehen nicht „verändere“, sondern eher wieder in Bewegung komme – weg von der Version von mir, die sich im Gewohnten eingekapselt hat. Und genau darin liegt etwas Beruhigendes: Ich muss nicht springen, nicht neu werden. Es reicht, weiterzugehen.