Powerscourt House & Gardens: Wicklows grüne Oase

Wohin reisen wir in diesen Tagen, in denen unser Radius überschaubarer ist als je zuvor? In denen der tägliche Nachmittagsspaziergang einem Kurztrip gleicht und der wöchentliche Gang zum Supermarkt eine Eintrittskarte in die Freiheit ist. Wir reisen in Gedanken, schwelgen in Erinnerungen, nehmen plötzlich wahr, dass das Zurücklegen von enormen Distanzen nichts Selbstverständliches ist. Ich nehme euch in diesem Artikel mit ins Powerscourt House & Gardens in Irland. Eine Reise, die schon längere Zeit zurückliegt, an die ich mich aber gerade jetzt sehr gerne erinnere.

Das Powerscourt House ist ein herrschaftliches Anwesen im County Wicklow, das über eine traumhafte Gartenanlage verfügt. Das Anwesen kann auf eine rund 800 Jahre alte Geschichte zurückblicken: So kam im 13. Jahrhundert der Ritter Eustace Le Poer nach Irland und erhielt für seine Dienste einige Ländereien in der Nähe von Enniskerry, wo er eine Burg bauen ließ. Im Laufe der Zeit wandelte sich der Name Poer zu Power bzw. Power´s Court. 

Im 18. Jahrhundert gingen die Ländereien dann an die Familie Wingfield, die ein riesiges Wohnhaus im italienischen Stil erbaute. Rund um das Gebäude entstand zudem eine weitläufige Gartenanlage, die sich in die pittoreske Landschaft einbettete. Eine große Rolle dabei spielte schon damals der Great Sugarloaf, ein Berg in Form eines Zuckerhuts. Außerdem legte man auch eine künstliche Grotte an, die auch heute noch zu sehen ist. 

Einhundert Jahre später beauftragte der damalige Viscount Powerscourt einen Architekt, da er an der Anlage Veränderungen vornehmen wollte. Dieser entwarf einen Renaissance-Garten, der auch zum Wohnhaus passte, darüber hinaus entstand auch ein sogenannter Triton Pond, ein Teich mit einem Wasserspeicher. Außerdem wurden im italienischen Garten zahlreiche wertvolle Skulpturen aufgestellt, darunter beispielsweise zwei geflügelte Pferde, die auch im Familienwappen zu finden sind. 

Die Powerscourt Gardens wurden immer wieder erweitert. So legte die Familie im Osten der Anlage einen Wald mit unterschiedlichsten Baumgattungen an, wobei heute mehr als 250 verschiedene in den Gärten gedeihen, darunter beispielsweise eine Esskastanie oder ein riesiger Mammutbaum. Auffallend ist auch der Pepper Pot Tower, der innmitten des Waldes zu finden ist und einem Wachturm nachempfunden wurde. 

Ein wahres Idyll ist auch der Japanische Garten mit seiner bunten Mixtur aus orientalischen und asiatischen Pflanzen sowie einer auffälligen Brücke und einem Pavillon. Werft außerdem einen Blick auf die kunstvoll gestalteten Tore, die die Familie Wingfield von ihren Reisen mitbrachten. Sehr kurios ist der sogenannte Friedhof der Kuscheltiere, da die Wingfields ihre Haustiere im Garten bestatteten, sodass mit der Zeit ein eigener Friedhof entstand. 

Lesestoff*:

Jane Powers: Irlands schönste Gärten:romantisch, magisch, windumtost. Neben England verfügt auch Irland über eine faszinierende Vielfalt an unterschiedlichen Gärten. Jane Powers lässt diese Anlagen durch ihre Texte lebendig werden, zudem wird ihre magische Wirkung durch Bilder des Fotografen Jonathan Hession eingefangen. 

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